Die aktuelle Debatte um Grönland zeigt, das Unternehmen, Behörden und andere Organisationen in Deutschland sich ernsthafte Gedanken ihre Software machen sollten. Ein Grund dafür sind die Zoll-Drohungen der US-Regierung sowie die angekündigte Reaktion der EU. Zudem dürfte es künftig auch noch mehr Fragen rund um die Datensouveränität geben.
Tatsächlich können sich Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in Deutschland von Tech-Riesen aus den USA lösen. Produktives Arbeiten ist auch danach möglich. Viele Beispiele aus der Praxis zeigen schon heute, dass Alternativen im Alltag funktionieren.
Digitale Souveränität als Ziel
Der Wechsel von Microsoft & Co. zu alternativen Softwarepaketen ist vor allem eine Frage der digitalen Souveränität. Organisationen wollen weniger abhängig von den strategischen Entscheidungen und Preismodellen großer US-Konzerne sein.
Stattdessen wollen sie mehr Kontrolle über Daten, Technologien und Fahrpläne behalten. Ganz nebenbei lassen sich aber mit einem Wechsel zu Open Source-Varianten wie LibreOffice oder EU-basierten Anbietern wie IceWarp oft auch Kosten sparen.
Erfolgreiche Beispiele
Die Landesverwaltung Schleswig-Holsteins hat sich schon vor einigen Jahren für den Abschied von Microsoft Office entschieden. Im Oktober 2025 wurde der Wechsel dann weitgehend vollzogen. Standardmäßig laufen jetzt LibreOffice, Thunderbird und Nextcloud mit Collabora auf Zehntausenden PCs.
Auch Städte wie Schwäbisch Hall oder Einrichtungen wie das österreichische Bundesheer arbeiten produktiv mit LibreOffice, Nextcloud und anderen Open-Source-Lösungen. Diese Beispiele zeigen, dass oft befürchtete Kompatibilitätsprobleme im Alltag praktisch kein Problem sind.
Verantwortliche für die Umstellung auf Open Source-Alternativen berichten, dass der Funktionsumfang von LibreOffice & Co. für den Großteil der Nutzer völlig ausreicht. Der Support sowie der Aufwand rund um die Umstellung sind meist sogar geringer als zunächst befürchtet.
Rolle deutscher Hostinganbieter
Ein zentraler Baustein für die digitale Souveränität ist die Kooperation mit einem Hostinganbieter aus Deutschland, zum Beispiel Skyfillers. Ein solcher Anbieter sorgt für die nötige IT-Infrastruktur, und zwar in Rechenzentren innerhalb der EU oder – wie bei Skyfillers – sogar ausschließlich in Deutschland.
Auf diese Weise bleiben sensible Unternehmens- und Kundendaten im europäischen Rechtsraum. Gleichzeitig muss sich die Organisation nicht um Verfügbarkeit, Updates, Patches oder Skalierung kümmern. Technisch komplexe Aufgaben werden hingegen an einen spezialisierten Dienstleister ausgelagert.